Vorwort

Der grüne Baumphyton ist wohl einer der schönsten und beliebtesten Riesenschlangen überhaupt. Er erreicht eine Länge von durchschnittlich 1,5m. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf ganz Neu-Guinea und einige umliegende Inseln, sowie Nord-Australien. In diesen bewohnt er die Regenwälder der Küstenregionen bis einschließlich des Hochlandes. Innerhalb der Verbreitungsgebiete treten lokalspezifische Varianten auf, wodurch sich einige durch Kopfform, Länge, Schwanzform oder Farbvarianten unterscheiden. Leider wird dies bei einigen gewissenlosen Züchtern nicht berücksichtigt, und aus Geldgründen verschiedene Unterarten verpaart. Bei einer Neuanschaffung sollte man auf alle Fälle Börsen und Händler meiden und statt dessen Tiere bei einem seriösen Züchter erwerben. Ein gewissenhafter Züchter wird sicherlich keine Einwände gegen eine Besichtigung seiner Anlagen und Elterntiere haben.

 

Haltung

Das Terrarium sollte an die baumbewohnende lebensweise der Tiere angepasst sein. Ein gut bepflanztes Terrarium mit mehreren horizontalen Ästen, auf der die Schlangen ihre Ruheposition einnehmen können, trägt zum Wohlbefinden der Tiere bei. Als Bodengrund kann Torf oder Rindenmulch verwendet werden. Eine milde Bodenheizung auf die ein Wassergefäß gestellt wird in dem sich ein an einer Membranpumpe angeschlossener Ausströmerstein befindet, sowie das tägliche Besprühen der Anlage und der Tiere sorgt für die nötige Luftzirkulation und Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen werden nachts bei ca. 24°C mit einem, über einen Thermostat gesteuerten Infrarotstrahler, und am tage mittels Glühlampen über einen Dimmer erreicht. Die Tagestemperatur sollte ca. 31°C betragen. Es ist unbedingt darauf zu achten das die Tiere nicht mit den Wärmequellen in Berührung kommen, da es sonst zu ernsthaften Verbrennungen dieser kommen kann.

Zucht

 

Es sollte darauf geachtet werden, das nur Tiere der gleichen Unterart miteinander verpaart werden. Dabei sollten die Tiere in einer gut genährten Verfassung sein. Ich halte meine Tiere das ganze Jahr über getrennt und setze dann im November ein Männchen zu maximal 2 Weibchen. Das Zusammensetzen von mehreren Männchen, ist wegen der starken Kommentkämpfen die sogar mit dem Tode eines Tieres enden, auf keinen Fall zu empfehlen. Eine vorherige Paarungsstimulation durch absenken der Tages- und Nachttemperaturen um 4 bis 5°C sowie das verkürzen der Tageslichtlänge von 12 auf 8 h wird von einigen Züchtern empfohlen. Jedoch habe ich bei meinen Tieren auch ohne diese Maßnahmen regelmäßige erfolgreiche Paarungen verbuchen können. In den nächsten Tagen paaren sich die Tiere regelmäßig, die oft bis in die Morgenstunden andauern. Nach ca. 2 bis 3 Wochen verweigern die Weibchen dann die Nahrungsaufnahme und es kommt bei zwei meiner Tiere zu einer blauen Umfärbung. Etwa 100 Tage nach der Paarung kommt es dann, ca. 19 bis 23 Tage nach der Häutung, zur Eiablage. Diese sollte in einem Nistkasten der mit Moos gefühlt ist stattfinden. Der Nistkasten ist am besten vor der Paarung im oberen Teil des Terrariums anzubringen.

                                                                        

Direkt nach der Eiablage nehme ich dem brütenden Weibchen, das dabei sehr angriffslustig ist, die Eier vorsichtig weg. In einem Inkubator bebrüte ich die Eier künstlich bei 31°C, wo die Eier, bei trockenem Substrat und hoher Luftfeuchtigkeit (ca. 90 bis 100%) sowie leichter Luftzirkulation etwa 50 bis 55 Tage verbleiben müssen. Nach Ablauf dieser Zeit schlüpfen, wenn alles glatt verlaufen ist, die jungen Schlangen.

 

Aufzucht

 

Sind die Condros geschlüpft halte ich meine Jungtiere in kleinen Kunststoff-Terrarien mit einem Trinkgefäß und nassem Küchentuch als Bodengrund. Ein Kunststoffrohr (ca. 8mm Durchmesser) dient als Astersatz und ist wegen der Schimmelbildung von richtigen Ästen, geeigneter. Morgens und abends werden die Tiere mit lauwarmen Wasser besprüht, um eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100% zu erreichen. Die Temperaturen, tagsüber 30°C und nachts 26°C, werden durch eine Bodenmatte, die über einen Thermostat geregelt wird, erreicht. Da immer wieder von Kannibalismus berichtet wird, ist eine Einzelhaltung zu empfehlen. Nach der ersten Häutung werden kleinste Mäusebabys als Nahrung angeboten. Bei etwa 75% der Jungtiere erfolgt auch eine freiwillige Nahrungsaufnahme. Manche beißen erst zu, wenn man ihnen die Maus an der Schnauze reibt oder sie mit einer Pinzette anstubst. Mit etwas Glück wird dann das Futtertier gewürgt und anschließend verschlungen. Das verfüttern von Mäusen mit Vogelfedern oder Kükenflügeln, ist wegen der Gefahr von Parasiten, mit Vorsicht anzuwenden. Sollten die Jungtiere nicht fressen wollen, müssen sie spätestens 3 Wochen nach der ersten Häutung gestopft werden. Um die stressempfindlichen Tiere zu schonen sollte man dies besonders vorsichtig tun und sollte nur von einem erfahrenen Terrianer durchgeführt werden. Diese Prozedur wird 1 mal wöchentlich durchgeführt bis die Jungtiere selbstständig zu fressen beginnen. Leider wird immer wieder berichtet von angeblich futterfesten Tieren, die auf Börsen an Anfänger abgegeben werden und nach anhaltender Futterverweigerung verenden.

 

 

Fütterung

Adulte Baumphytons werden mit 2 bis 3 Mäusen oder einer mittleren Ratte im Abstand von 3 bis 4 Wochen gefüttert. Semiadulten Tieren genügt alle 2 Wochen eine Maus bzw. eine kleinere Ratte. Junge Condros werden in den ersten Monaten einmal wöchentlich mit nestjungen Mäusen gefüttert, wobei frühestens wieder nach dem kotabsetzen gefüttert werden darf. Nach ca. 10 Monaten werden alle 2 Wochen ein bis 2 Springer angeboten. Vorsicht ist geboten, wenn mehrere Tiere in einem Terrarium gehalten werden, da es aus Futtergier, leicht zu bösen Bissverletzungen kommen kann.